ccTLDs und ihre alternativen Nutzungen – Teil 2

ccTLDs und ihre alternativen NutzungenAuch Teil 2 unserer “ccTLDs und ihre alternativen Nutzungen”-Reihe bietet Ihnen wieder einige interessante Fakten rund um besondere Country-Code-Top-Level-Domains. Dieses Mal mit dabei: Eine vergessene (.us), eine missverstandene (.co) und eine Domainendung unter falscher Flagge (.la).

.us oder .com?

.us oder .com?Jedes Land hat eine eigene ccTLD, auch die Vereinigten Staaten von Amerika. Und diese ist eben nicht die generische TLD .com, die ursprünglich als “commercial”-Endung geplant war. Nein, die USA wird vom Buchstaben-Kürzel .us repräsentiert. Auch viele Amerikaner scheinen sich der Endung nicht bewusst zu sein, oder wollen zumindest keine Domains unter ihr registrieren. Insgesamt 1,8 Millionen aktive Domains unter .us sind zwar alles andere als wenig, vergleicht man diese Zahl allerdings mit .de (15,9 Mio.) oder .uk (10 Mio.) steht die amerikanische ccTLD ein bisschen verloren da. Wie es dazu kommt, dass viele Internet-User die .com-Endung mit den USA verbinden, lässt sich nur mutmaßen. Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass .com nur etwa einen Monat früher als .us veröffentlicht wurde und in diesem Zeitraum noch gar keine Domains unter der heute so beliebten gTLD registriert wurden. (Nähere Informationen über .com und die Entstehungsgeschichte der Domain bekommen Sie hier!)

.co eine gTLD?

.co eine gTLD?Alte gTLDs von ccTLDs zu unterscheiden ist manchmal gar nicht so einfach. So auch im Fall von .co. Die meisten werden vermutlich zunächst auf das englische Wort “company” schließen, was auch gar nicht so falsch ist. Wenn .co als Second-Level-Domain benutzt wird steht das Kürzel tatsächlich für die “company” bzw. das “Unternehmen”, wie zum Beispiel in .co.uk. Eine Domain, dessen Top-Level-Domain .co ist, verweist aber eigentlich nicht auf ein Unternehmen, sondern auf das Land Kolumbien. Dieses wird auf Spanisch “Colombia” geschrieben, was den Ursprung der Endung aufklärt. Natürlich hindert dies niemanden daran, seiner Firma oder seinem Unternehmen eine .co-Domain zu spendieren, die ccTLD kommt nämlich ohne Vergabe-Bedingungen aus und kann somit von jedermann registriert werden.

.la für Los Angeles?

.la für Los Angeles?Das die Abkürzung LA weitläufig für Los Angeles steht ist bekannt. Aber trifft das Gleiche auch auf die TLD .la zu? Schaut man sich auf der Webseite der Registry  um, so kann man durchaus den Eindruck bekommen, dass .la die Top Level Domain für die Stadt der Engel ist. Wäre da nicht der Fakt, dass es sich bei .la um eine ccTLD handelt, und die werden nun mal nicht an Städte vergeben. Hinter dem Buchstabenkürzel steckt in der Tat ein Land in Südostasien: Der Binnenstaat Laos! Ursprünglich war .la also für 6,5 Millionen Laoten gedacht. Seitdem die Londoner Registry CentralNic das versteckte Potential der Endung erkannte, wurde die ccTLD jedoch als City-TLD vermarktet. Das bedeutet natürlich nicht, dass Laoten keine Domains mehr unter .la registrieren können, denn auch die Top-Level-Domain aus Südostasien ist an keine Registrierungsbeschränkungen geknüpft.

Fazit und Ausblick

Auch Teil 2 unseres kleinen ccTLD-Specials zeigt, dass sich ein zweiter Blick auf die länderspezifischen Domains häufig lohnt. Zu oft kommt es dazu, dass man bei den teils undurchsichtigen Buchstabenkürzeln falsche Schlüsse zieht. Bei manchen Domainendungen gehen wir sogar davon aus, dass es sich um eine ccTLD handelt, in Wahrheit ist es aber eine generische Top-Level-Domain. In wiederum anderen Fällen kann man selbst gar nichts dafür, vor allem wenn die Endungen absichtlich anders vermarktet werden und ihre Wurzeln verdecken, um eine größere Zielgruppe ansprechen zu können.

 

Bildnachweise:

Titelbild: © dreamer82 – Fotolia.com

.us: © stefanoventuri – Fotolia.com

.co: © javarman – Fotolia.com

.la: © siamphoto – Fotolia.com

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