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Whois

Zuletzt aktualisiert: 06.04.2026Autor: Redaktion DomainProvider.de · Lesezeit: 3 Min.

Whois ist ein Abfrageprotokoll, mit dem sich öffentlich zugängliche Informationen über registrierte Domains und IP-Adressen abrufen lassen. Dazu gehören unter anderem der Registrar, das Registrierungsdatum, die Nameserver und — sofern nicht durch Datenschutzmaßnahmen verborgen — der Domaininhaber. Seit Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 werden personenbezogene Daten in Whois-Abfragen bei europäischen Domains standardmäßig nicht mehr angezeigt.

Welche Informationen liefert eine Whois-Abfrage?

Eine Whois-Abfrage gibt die bei der Domain-Registrierung hinterlegten Daten zurück — je nach TLD und Datenschutzeinstellungen mehr oder weniger detailliert.

  • Domain-Name und Status: Ist die Domain aktiv, gesperrt oder in der Löschphase?
  • Registrar: Welcher Domain-Registrar verwaltet die Domain?
  • Registrierungs- und Ablaufdatum: Wann wurde die Domain registriert und wann läuft sie aus?
  • Nameserver: Welche DNS-Server sind für die Domain zuständig?
  • Inhaberdaten: Name, Organisation und Kontaktdaten des Domaininhabers — seit der DSGVO bei vielen TLDs geschwärzt.

Was hat sich durch die DSGVO geändert?

Seit Mai 2018 werden personenbezogene Daten in Whois-Abfragen bei europäischen Domains nicht mehr öffentlich angezeigt. Die DSGVO verbietet die ungefragte Veröffentlichung personenbezogener Daten.

  • Geschwärzte Felder: Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail des Inhabers werden bei .de, .eu und vielen anderen TLDs standardmäßig nicht mehr angezeigt.
  • Registrar und technische Daten: Registrar, Nameserver, Registrierungs- und Ablaufdatum bleiben sichtbar.
  • Berechtigtes Interesse: Behörden, Markenrechtsinhaber und andere Berechtigte können über spezielle Verfahren Zugang zu den vollständigen Daten beantragen.

Was ist RDAP — der Nachfolger von Whois?

RDAP (Registration Data Access Protocol) löst das klassische Whois-Protokoll ab. Die ICANN hat RDAP seit 2019 als verbindlichen Standard für alle akkreditierten Registrare vorgeschrieben.

  • Strukturierte Daten: RDAP liefert Ergebnisse im JSON-Format statt als unstrukturierten Text — maschinenlesbar und einheitlich.
  • Datenschutz-konform: RDAP unterstützt abgestufte Zugriffsrechte. Öffentliche Nutzer sehen weniger Daten als autorisierte Stellen.
  • HTTPS-verschlüsselt: Im Gegensatz zum unverschlüsselten Whois-Protokoll (Port 43) läuft RDAP über HTTPS.
  • Internationalisierung: RDAP unterstützt Unicode und internationalisierte Domainnamen besser als Whois.

Wie führt man eine Whois-Abfrage durch?

Es gibt mehrere Wege, Whois-Daten abzurufen.

  • Kommandozeile: whois example.com — auf Linux/macOS standardmäßig verfügbar.
  • Web-basierte Tools: Viele Registrare und Domain-Registrierungsstellen bieten Online-Whois-Abfragen an.
  • DNS-Lookup-Tools: Ein DNS-Lookup liefert ergänzende Informationen zu Nameservern und DNS-Konfiguration.

Wofür wird Whois eingesetzt?

Whois dient verschiedenen Zwecken — von der Domainsuche bis zur Missbrauchsbekämpfung.

  • Domain-Verfügbarkeit prüfen: Vor der Domain-Registrierung prüfen, ob ein Name bereits vergeben ist.
  • Markenrechtliche Recherche: Klären, ob eine Domain markenrechtlich geschützt ist, bevor man sie registriert.
  • Missbrauchsbekämpfung: Identifikation von Phishing-Domains, Spam-Versendern oder Urheberrechtsverletzungen.
  • Technische Fehlersuche: Prüfen, welche Nameserver für eine Domain zuständig sind und ob die DNS-Konfiguration korrekt ist.

Fazit

Whois ist das etablierte Protokoll zur Abfrage von Domain-Informationen. Seit der DSGVO werden personenbezogene Inhaberdaten bei europäischen Domains nicht mehr öffentlich angezeigt. RDAP löst Whois als technischen Standard ab und bietet strukturierte, verschlüsselte und datenschutzkonforme Abfragen. Für die Prüfung der Domain-Verfügbarkeit bleibt der Domain-Check der schnellste Weg.