Eine Micro-Site (auch Microsite) ist eine kleine, eigenständige Website, die sich gezielt einem einzelnen Thema, Produkt oder einer Kampagne widmet. Im Gegensatz zur umfangreichen Unternehmenswebsite beschränkt sich eine Micro-Site auf wenige Unterseiten mit geringer Navigationstiefe. Sie wird häufig über eine eigene Domain oder Subdomain betrieben und kann sich in Design, Struktur und Tonalität deutlich von der Hauptpräsenz des Betreibers unterscheiden.
Obwohl beide Formate auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet sind, gibt es wesentliche Unterschiede. Eine Landingpage besteht in der Regel aus einer einzigen Seite, die Besucher zu einer konkreten Handlung bewegen soll – etwa einer Anmeldung oder einem Kauf. Sie ist meist Teil der bestehenden Website und übernimmt deren Design.
Eine Micro-Site hingegen umfasst mehrere Seiten, verfügt über eine eigene Navigation und wird über eine separate Domain oder Subdomain erreichbar gemacht. Dadurch bietet sie deutlich mehr Raum für Inhalte und ermöglicht eine eigenständige gestalterische Umsetzung. Für erklärungsbedürftige Produkte oder umfangreiche Kampagnen ist eine Micro-Site daher oft die bessere Wahl.
Micro-Sites kommen in verschiedenen Szenarien zum Einsatz:
Die Wahl der Webadresse ist ein zentrales Element jeder Micro-Site. Sie kann entweder als Subdomain der Hauptwebsite eingerichtet werden – etwa kampagne.beispiel.de – oder über eine vollständig eigene Domain verfügen. Eine eigene Domain erhöht die Eigenständigkeit des Auftritts und kann gezielt auf das jeweilige Thema oder den Markennamen abgestimmt werden.
Aus SEO-Sicht bietet eine eigene Domain den Vorteil, dass die Micro-Site unabhängig von der Hauptseite in Suchmaschinen ranken kann. Allerdings muss die Domain-Autorität erst aufgebaut werden. Eine Subdomain hingegen profitiert teilweise von der bestehenden Sichtbarkeit der Hauptdomain. Welche Variante sinnvoller ist, hängt vom konkreten Einsatzzweck und den Marketingzielen ab.
Für die technische Realisierung einer Micro-Site stehen verschiedene Wege offen. Häufig wird ein eigenständiges Webhosting-Paket genutzt, auf dem die Seite unabhängig von der Hauptwebsite betrieben wird. Bei geringerem Umfang kann ein Homepage-Baukasten eine schnelle und kostengünstige Alternative sein.
Wer bereits ein Content-Management-System wie WordPress einsetzt, kann die Micro-Site als separate WordPress-Installation auf der gewünschten Domain oder Subdomain einrichten. Dies erlaubt die Nutzung vorhandener Kenntnisse und Werkzeuge bei gleichzeitiger inhaltlicher Trennung von der Hauptseite.
Bei größeren Projekten oder erhöhten Anforderungen an Ladezeiten und Verfügbarkeit empfiehlt sich ein eigener VPS oder ein dedizierter Server. So lassen sich Ressourcen gezielt für die Micro-Site bereitstellen und Performance-Engpässe durch andere Projekte auf demselben Hosting vermeiden.
Zu den größten Vorteilen zählt die gestalterische Freiheit: Da die Micro-Site nicht an das Corporate Design der Hauptwebsite gebunden sein muss, können kreative Ideen und experimentelle Layouts umgesetzt werden. Die klare thematische Fokussierung verbessert zudem die Nutzerführung und kann zu höheren Conversion-Raten führen.
Gleichzeitig bedeutet eine Micro-Site zusätzlichen Pflegeaufwand. Inhalte müssen aktuell gehalten, Sicherheitsupdates eingespielt und gegebenenfalls ein eigenes SSL-Zertifikat eingerichtet werden. Auch die Pflege der DNS-Einträge für die separate Domain oder Subdomain erfordert technisches Grundwissen. Unternehmen sollten daher vor der Erstellung abwägen, ob der erwartete Nutzen den dauerhaften Aufwand rechtfertigt.
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