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Linux

Zuletzt aktualisiert: 02.06.2025Autor: Redaktion DomainProvider.de · Lesezeit: 4 Min.

Linux ist ein freies, quelloffenes Betriebssystem, das 1991 vom finnischen Informatikstudenten Linus Torvalds entwickelt wurde. Streng genommen bezeichnet der Name Linux nur den Betriebssystemkern (Kernel), waehrend das vollstaendige System aus dem Kernel und zahlreicher weiterer Software besteht, die in sogenannten Distributionen zusammengefasst wird. Linux ist das dominierende Betriebssystem auf Servern: Ueber 90 Prozent aller Webserver, die groessten Cloud-Infrastrukturen und die Mehrheit aller VPS-Systeme laufen unter Linux.

Warum wird Linux auf Servern eingesetzt?

Fuer den Einsatz als Server-Betriebssystem sprechen mehrere Gruende:

  • Stabilitaet: Linux-Server laufen haeufig ueber Jahre ohne Neustart. Der Kernel und die Systemprozesse sind auf Dauerbetrieb ausgelegt.
  • Sicherheit: Das Berechtigungssystem von Linux trennt Benutzer und Prozesse strikt voneinander. Sicherheitsupdates werden zeitnah bereitgestellt und koennen ohne Neustart des Servers eingespielt werden (Live-Patching).
  • Kostenfreiheit: Linux selbst ist kostenlos verfuegbar. Es fallen keine Lizenzgebuehren an, was insbesondere bei VPS und Webhosting die Betriebskosten senkt.
  • Flexibilitaet: Linux laesst sich genau auf den jeweiligen Einsatzzweck zuschneiden. Vom minimalen Server ohne grafische Oberflaeche bis zum vollstaendig ausgestatteten System ist alles moeglich.
  • Grosse Community: Dokumentation, Foren und Paketquellen stehen kostenlos zur Verfuegung. Probleme lassen sich meist schnell loesen.

Wichtige Linux-Distributionen fuer Server

Eine Distribution buendelt den Linux-Kernel mit Systemwerkzeugen, Paketverwaltung und vorkonfigurierter Software. Fuer den Serverbetrieb haben sich bestimmte Distributionen etabliert:

Distribution Basis Paketverwaltung Supportzeitraum Einsatzgebiet
Debian Eigenstaendig APT (deb) Ca. 5 Jahre (LTS) Webserver, Hosting, stabile Produktivsysteme
Ubuntu Server Debian APT (deb) 5 Jahre (LTS), bis 12 Jahre (ESM) Cloud, VPS, Webhosting, Einstieg
Rocky Linux RHEL (kompatibel) DNF (rpm) 10 Jahre Unternehmen, Rechenzentren, Abloesung von CentOS
AlmaLinux RHEL (kompatibel) DNF (rpm) 10 Jahre Unternehmen, Rechenzentren, Abloesung von CentOS

Debian gilt als Urgestein unter den Server-Distributionen. Der Fokus liegt auf Stabilitaet und Zuverlaessigkeit. Pakete werden gruendlich getestet, bevor sie in die stabile Version aufgenommen werden.

Ubuntu Server basiert auf Debian und richtet sich an Anwender, die neben Stabilitaet auch aktuellere Software benoetigen. Die LTS-Versionen (Long Term Support) werden alle zwei Jahre veroeffentlicht und erhalten fuenf Jahre lang Sicherheitsupdates.

CentOS war jahrelang die kostenlose Alternative zu Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und in Rechenzentren weit verbreitet. Im Dezember 2020 kuendigte Red Hat das Ende von CentOS als stabiler Distribution an und stellte auf CentOS Stream um, ein Rolling-Release-Modell. Als Reaktion darauf entstanden Rocky Linux und AlmaLinux als direkte Nachfolger, die weiterhin binaerkompatibel zu RHEL sind.

Webserver unter Linux: Apache und Nginx

Linux bildet die Grundlage fuer die beiden meistgenutzten Webserver weltweit:

  • Apache HTTP Server: Seit 1995 verfuegbar und ueber Jahrzehnte der meistgenutzte Webserver. Apache ist modular aufgebaut und laesst sich durch Module fuer PHP, SSL/TLS, URL-Rewriting und vieles mehr erweitern. Die Konfiguration erfolgt ueber .htaccess-Dateien und zentrale Konfigurationsdateien.
  • Nginx: Urspruenglich 2004 entwickelt, um das C10K-Problem zu loesen (10.000 gleichzeitige Verbindungen). Nginx arbeitet ereignisgesteuert und verbraucht bei vielen gleichzeitigen Verbindungen weniger Arbeitsspeicher als Apache. Es wird haeufig als Reverse Proxy vor einem Apache-Server eingesetzt oder als eigenstaendiger Webserver fuer statische Inhalte und PHP ueber FastCGI.

Beide Webserver unterstuetzen SSL-Zertifikate fuer verschluesselte HTTPS-Verbindungen und lassen sich auf allen gaengigen Linux-Distributionen ueber die Paketverwaltung installieren.

Linux im VPS- und Webhosting-Umfeld

Die Mehrheit aller VPS- und Webhosting-Angebote basiert auf Linux. Dafuer gibt es mehrere Gruende:

  • Keine Lizenzkosten: Im Gegensatz zu Windows Server entfallen bei Linux die Lizenzgebuehren, was sich direkt auf den Preis von Hosting-Paketen und VPS auswirkt.
  • Ressourceneffizienz: Linux benoetigt weniger Arbeitsspeicher und Rechenleistung als vergleichbare Windows-Installationen. Auf einem VPS mit begrenzten Ressourcen ist das ein entscheidender Vorteil.
  • Softwareverfuegbarkeit: Die gaengigen Webserver (Apache, Nginx), Datenbanken (MySQL, MariaDB, PostgreSQL), Programmiersprachen (PHP, Python, Node.js) und Verwaltungstools (Plesk, cPanel) sind auf Linux nativ verfuegbar.
  • Containerisierung: Docker und Kubernetes laufen unter Linux nativ. Die Mehrzahl aller Container-Images basiert auf Linux-Distributionen.

Bei der Auswahl eines VPS oder Hosting-Pakets koennen Sie in der Regel zwischen verschiedenen Linux-Distributionen waehlen. Debian und Ubuntu sind besonders haeufig als vorinstallierte Optionen verfuegbar.

Grundlegende Serververwaltung unter Linux

Die Administration eines Linux-Servers erfolgt ueberwiegend ueber die Kommandozeile (Shell). Typische Aufgaben umfassen:

  • Paketverwaltung: Software wird ueber den Paketmanager installiert und aktualisiert (z. B. apt bei Debian/Ubuntu, dnf bei Rocky Linux).
  • Dienstverwaltung: Webserver, Datenbanken und andere Dienste werden ueber systemd gestartet, gestoppt und ueberwacht.
  • Benutzerverwaltung: Benutzerkonten und Zugriffsrechte werden ueber das Linux-Berechtigungssystem und SSH-Schluessel verwaltet.
  • Firewall: iptables oder nftables kontrollieren den Netzwerkverkehr und schuetzen den Server vor unerwuenschten Zugriffen.
  • Protokollierung: Systemereignisse und Fehlermeldungen werden in Logdateien unter /var/log gespeichert und koennen zur Fehlersuche ausgewertet werden.

Der Fernzugriff auf einen Linux-Server erfolgt in der Regel ueber SSH (Secure Shell), eine verschluesselte Verbindung, die Passwoerter oder kryptografische Schluessel zur Authentifizierung verwendet.