Das Extensible Provisioning Protocol (EPP) ist ein standardisiertes Kommunikationsprotokoll fuer die Registrierung und Verwaltung von Domains im Internet. Es regelt die technische Kommunikation zwischen Registraren (den Anbietern, ueber die Domains bestellt werden) und Registries (den Vergabestellen, die die jeweilige Top-Level-Domain verwalten). EPP hat aeltere Protokolle wie RRP (Registry Registrar Protocol) abgeloest und ist heute der weltweit vorherrschende Standard fuer Domaintransaktionen.
EPP arbeitet als Client-Server-Protokoll auf der Anwendungsschicht. Der Registrar agiert als Client und sendet Befehle an den EPP-Server der Registry. Die Kommunikation basiert auf XML-Dokumenten, die ueber eine verschluesselte TCP-Verbindung (TLS) uebertragen werden.
Eine typische EPP-Sitzung laeuft wie folgt ab:
EPP ist in einer Reihe von RFCs (Requests for Comments) der IETF standardisiert. Im Jahr 2009 erhielt EPP den Status eines vollwertigen Internetstandards (STD 69). Die zentralen Dokumente sind:
Darueber hinaus existieren zahlreiche Erweiterungen, mit denen Registries zusaetzliche Funktionen abbilden koennen, etwa fuer DNSSEC, Grace Periods oder laenderspezifische Anforderungen.
Der AuthInfo-Code (auch AuthCode, Autorisierungscode oder Transfer-Code genannt) ist ein Sicherheitsmerkmal innerhalb des EPP-Protokolls. Er wird bei der Registrierung einer Domain erzeugt und dient als Passwort, das den rechtmaessigen Inhaber bei einem Domaintransfer legitimiert.
Der Ablauf eines Domaintransfers per EPP ist wie folgt:
Seit RFC 9154 wird empfohlen, dass AuthInfo-Codes nur einmalig verwendbar sein sollen und nach einem Transfer oder einer definierten Zeitspanne ungueltig werden. Dies ersetzt die fruehere Praxis statischer Codes, die ein Sicherheitsrisiko darstellten.
EPP definiert einen einheitlichen Satz von Befehlen, die auf verschiedene Objekttypen (Domains, Hosts, Kontakte) angewendet werden koennen:
Da alle Befehle atomar und idempotent gestaltet sind, eignet sich EPP fuer die automatisierte Massenverarbeitung von Domainoperationen. Grosse Registrare verarbeiten taeglich hunderttausende EPP-Transaktionen, um Domain-Registrierungen, -Transfers und -Aenderungen in Echtzeit abzuwickeln.
Vor EPP nutzten Registries proprietaere Schnittstellen, was Registrare zwang, fuer jede TLD eine eigene Anbindung zu entwickeln. EPP hat diese Landschaft vereinheitlicht: Ein Registrar, der das Protokoll implementiert hat, kann grundsaetzlich mit jeder EPP-kompatiblen Registry kommunizieren. Diese Standardisierung hat den Wettbewerb unter Registraren gefoerdert und die Kosten fuer Domainregistrierungen gesenkt.
Fuer Endkunden ist EPP in der Regel nicht direkt sichtbar. Die Auswirkungen sind dennoch spuerbar: Wenn Sie ueber einen Domain-Check die Verfuegbarkeit einer Adresse pruefen, eine Domain registrieren oder einen Providerwechsel durchfuehren, arbeitet im Hintergrund das EPP-Protokoll.
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