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Phishing

Zuletzt aktualisiert: 06.07.2026Autor: Redaktion DomainProvider.de · Lesezeit: 6 Min.

Phishing ist eine Form des Online-Betrugs: Angreifer verschicken gefälschte E-Mails oder Nachrichten, die auf täuschend echt nachgebaute Websites führen, und stehlen dort Passwörter, Zugangsdaten oder Kreditkartendaten. Der Begriff ist ein Kunstwort aus „Password“ und „Fishing“ – die Täter „angeln“ nach Zugangsdaten. Nach Angaben des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) enthält rund ein Drittel aller unerwünschten E-Mails Phishing-Versuche.

Wie funktioniert Phishing?

Phishing basiert auf Social Engineering: Die Angreifer nutzen keine technische Sicherheitslücke aus, sondern täuschen Menschen. Eine typische Phishing-Mail imitiert eine Bank, einen Paketdienst, einen Zahlungsdienstleister oder einen E-Mail-Anbieter – mit Original-Logo, passender Anrede und gefälschter Absenderadresse (Spoofing).

Der Ablauf folgt fast immer demselben Muster. Die Nachricht erzeugt Zeitdruck: Das Konto werde gesperrt, eine Zahlung sei fehlgeschlagen, ein verdächtiger Zugriff wurde angeblich festgestellt. Der Link in der Nachricht führt auf eine nachgebaute Website, deren Login-Maske dem Original zum Verwechseln ähnlich sieht. Wer dort seine Daten eingibt, übermittelt sie direkt an die Täter.

Neben dem Diebstahl von Zugangsdaten dienen Phishing-Mails auch als Transportmittel für Malware: Ein präparierter Anhang genügt, um Trojaner oder Ransomware auf dem Rechner zu installieren.

Welche Arten von Phishing gibt es?

Phishing beschränkt sich längst nicht auf E-Mails – Angreifer nutzen auch SMS, Telefonanrufe und QR-Codes. Die wichtigsten Varianten im Überblick:

Variante Kanal Vorgehen
E-Mail-Phishing E-Mail Massenhaft versendete Mails im Namen bekannter Unternehmen
Spear-Phishing E-Mail Gezielter Angriff auf ausgewählte Personen oder Firmen mit persönlich zugeschnittenen Nachrichten
Whaling E-Mail Spear-Phishing gegen Führungskräfte, häufig um Überweisungen auszulösen (CEO-Fraud)
Clone-Phishing E-Mail Kopie einer echten, bereits erhaltenen Mail – mit ausgetauschtem Link oder Anhang
Smishing SMS, Messenger Gefälschte Paket- oder Bank-Benachrichtigungen mit Link
Vishing Telefon Anrufer geben sich als Bank, Polizei oder IT-Support aus
Quishing QR-Code QR-Codes in Mails oder Briefen führen auf gefälschte Websites

Besonders gefährlich ist Spear-Phishing: Laut BSI stehen solche gezielten Angriffe oft am Anfang mehrstufiger Angriffsketten – von Finanzbetrug bis Spionage. Dokumentiert sind unter anderem Phishing-Angriffe auf europäische und US-amerikanische Energieversorger.

Woran erkennen Sie eine Phishing-Mail?

Die verlässlichsten Warnsignale sind der Absender, das Link-Ziel und künstlicher Zeitdruck. Seriöse Anbieter fordern Sie nie per E-Mail auf, über einen Link Passwörter, PINs oder Kreditkartendaten einzugeben.

  • Absenderadresse: Die Domain ähnelt dem Original nur („service@bank-kundencenter24.de“ statt der echten Bank-Domain).
  • Link-Ziel: Zeigen Sie mit der Maus auf den Link, ohne zu klicken – die Statusleiste zeigt das echte Ziel. Vorsicht bei URL-Verkürzern und kryptischen Zeichenfolgen.
  • Sprache: Rechtschreibfehler und fehlerhafte Umlaute („bitte bestatigen Sie…“) sind ein deutliches Warnsignal.
  • Zeitdruck und Drohungen: Kontosperrung, Fristen von 24 Stunden, angebliche Sicherheitsvorfälle.
  • Unerwartete Aufforderungen: Zahlungsaufforderungen, Dateneingaben oder Anhänge, die Sie nicht angefordert haben.

Im Zweifel fragen Sie direkt beim genannten Anbieter nach, ob die Nachricht echt ist – aber nie über die Kontaktdaten oder Links aus der verdächtigen Mail. Nutzen Sie stattdessen die offiziellen Kanäle: die selbst eingetippte Website-Adresse oder die Ihnen bekannte Service-Hotline.

Ausführliche und laufend aktualisierte Hinweise veröffentlicht das BSI unter Passwortdiebstahl durch Phishing (BSI).

Phishing und Domains: gefälschte Adressen erkennen

Phishing-Websites laufen unter Domains, die der echten Adresse möglichst ähnlich sehen. Drei Techniken sind besonders verbreitet:

Vertipper-Domains (Typosquatting): Die gefälschte Domain unterscheidet sich nur um einen Buchstaben vom Original – etwa „amaz0n.de“ mit einer Null statt des „o“.

Homograph-Angriffe mit Punycode: Bei internationalisierten Domainnamen (IDN) ersetzen Angreifer einzelne Buchstaben durch optisch identische Zeichen aus anderen Alphabeten, etwa das kyrillische „а“. Moderne Browser zeigen solche Domains als Punycode an („xn--…“) – eine Adresse in dieser Schreibweise ist ein Alarmsignal.

Subdomain-Tricks: Die Adresse „bank.de.kunden-login.net“ gehört nicht zu „bank.de“, sondern zur Domain „kunden-login.net“. Entscheidend ist immer der hintere Teil der Adresse direkt vor dem ersten Schrägstrich.

Wichtig: Das Schloss-Symbol im Browser bedeutet nur, dass die Verbindung per HTTPS verschlüsselt ist – nicht, dass die Seite vertrauenswürdig ist. Auch Phishing-Seiten nutzen SSL-Zertifikate. Unternehmen registrieren häufige Tippfehler-Varianten ihrer eigenen Domain deshalb oft selbst (defensive Domain-Registrierung), bevor Betrüger es tun.

Wie schützen Sie sich vor Phishing?

Die wirksamste Einzelmaßnahme: Loggen Sie sich nie über einen Link aus einer E-Mail ein. Tippen Sie die Adresse selbst in den Browser oder nutzen Sie ein Lesezeichen – dann landen Sie garantiert auf der echten Seite.

Aktivieren Sie außerdem die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), wo immer sie angeboten wird. Ein gestohlenes Passwort allein reicht dann nicht mehr für den Zugriff. Noch besser schützen Passkeys: Sie sind kryptografisch an die echte Domain gebunden – auf einer nachgebauten Website funktioniert die Anmeldung schlicht nicht.

Auch ein Passwort-Manager hilft doppelt: Er ermöglicht ein eigenes, starkes Passwort pro Dienst und füllt Zugangsdaten nur auf der echten Domain automatisch aus. Bleibt das Feld auf einer Login-Seite leer, ist das ein Warnsignal. Ein guter Spamfilter fängt zudem einen Großteil der Phishing-Mails ab, bevor sie das Postfach erreichen.

Unternehmen und Domain-Inhaber schützen zusätzlich ihre eigene Domain: Mit SPF-Record, DKIM und DMARC lässt sich technisch erschweren, dass Betrüger die Domain als gefälschten Absender missbrauchen. Regelmäßige Schulungen senken das Risiko, dass Mitarbeiter auf Spear-Phishing hereinfallen.

Was tun, wenn Sie auf Phishing hereingefallen sind?

Jetzt zählt Geschwindigkeit. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. Passwörter sofort ändern – zuerst das E-Mail-Postfach, denn darüber lassen sich viele weitere Konten zurücksetzen. Danach alle Dienste, die dasselbe Passwort nutzen.
  2. Bank oder Zahlungsdienst informieren – Karten und Konten sperren lassen. Der zentrale Sperr-Notruf ist unter 116 116 erreichbar.
  3. Gerät prüfen – wenn Sie einen Anhang geöffnet haben, das System mit einem aktuellen Antivirus-Programm untersuchen.
  4. Anzeige erstatten – bei der Online-Wache der Polizei; die Phishing-Mail als Beweis aufbewahren.
  5. Vorfall melden – etwa beim Phishing-Radar der Verbraucherzentrale. Verbraucher erreichen das BSI-Service-Center unter 0800 274 1000.

Fazit

Phishing ist die häufigste Einstiegsmethode für Internetkriminalität – und folgt fast immer demselben Muster: gefälschter Absender, Zeitdruck, Link auf eine nachgebaute Website. Wer Absenderadresse und Domain prüft, sich nie über Links aus E-Mails anmeldet und Konten mit Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Passkeys absichert, macht Angreifern das Leben schwer.

Unternehmen sichern mit SPF, DKIM und DMARC zusätzlich die eigene Domain dagegen ab, selbst zum Absender gefälschter Mails zu werden – und nehmen Betrügern mit defensiv registrierten Vertipper-Domains die naheliegendsten Fälschungen weg.